Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Vor gut zwei Monaten habe ich meinen 70. Geburtstag gefeiert und zusammen mit meiner Familie und engen Freunden auf sieben Jahrzehnte zurückgeblickt, aber auch nach vorn geschaut. Ein Ergebnis der damit verbundenen Gespräche, Ratschläge und Überlegungen ist nunmehr mein fester Entschluss, mit Ablauf des 31. Oktober 2019 meine Amtszeit als Landrat des Landkreises Lüneburg zu beenden.

Mir ist dieser Schritt nicht leichtgefallen, da ich immer motiviert zur Arbeit ins Kreishaus komme und mein Amt gern ausübe. Meine Einstellung zum eigenen Altwerden war immer dadurch bestimmt: meine Berufslaufbahn dann aufzugeben, wenn ich noch geistig fit und - wie man so schön sagt - auch gesundheitlich noch voll im Saft bin. Letzteres nimmt leider ab. Auch dies berücksichtigend werde ich nach über 50 Jahren aus dem aktiven Arbeitsleben ausscheiden. Ich möchte ab diesem Zeitpunkt nach meinen eigenen Regeln leben.

Die Niedersächsische Kommunalverfassung lässt eine Versetzung in den Ruhestand auf Antrag nach fünfjähriger Amtszeit und einem Alter von mindestens 65 Jahren ohne Nachweis der Dienstunfähigkeit zu. Beide Voraussetzungen erfülle ich mit Ablauf des 31. Oktober 2019.

Ich habe bereits Gespräche mit der Kommunalaufsicht in Hannover geführt und werde bis spätestens Mitte (Movember meinen Entschluss dem Innenministerium schriftlich mitteilen und um Versetzung in den Ruhestand bitten. Die Übersendung der entsprechenden Verfügung des Innenministeriums erfolgt dann im April 2019. Nur so besteht die Möglichkeit, dass meine Nachfolgerin bzw. mein Nachfolger zusammen mit der Europawahl am 26. Mai 2019 für sieben Jahre gewählt werden kann. Mein Wunsch, erst zum 31.12.2019 auszuscheiden habe ich verworfen, da dies einen Extrawahltermin im September oder Oktober zur Folge hat. Dies ist den Wählerinnen und Wählern so kurz nach der Europawahl nicht zu vermitteln.

Meine Entscheidung in den Ruhestand versetzt zu werden fällt in eine Zeit, in der unser Landkreis gut aufgestellt ist. Wir werden Ende des Jahres die Vorgaben des Entschuldungs­vertrages mit dem Land Niedersachsen erfüllt und rund 105 Millionen Kassenkredite abgebaut haben. Der Breitbandausbau ist in voller Umsetzung, unser Mobilitätskonzept zur Verbesserung des ÖPNV ab Dezember 2019 ist in den letzten Beratungen. Unsere Schulen sind fast alle durchsaniert, Bildung, Kultur, Arbeit und Wirtschaft stehen gut da. Die Arbeitslosigkeit ist gering, bei der frühkindlichen Bildung unterstützen wir unsere Gemeinden seit Jahren, wir fördern das Ehrenamt und unsere Sportvereine, durch Lückenschlüsse komplettieren wir Fahrradwege.

Die Verwaltung arbeitet gut und bürgernah. Die Zusammenarbeit mit den Kreistagsfraktionen ist konstruktiv und von Vertrauen geprägt. Insgesamt bin ich der Meinung, dass wir alle - Kreisverwaltung und Kreistag - auf unsere bisherige gemeinsame Zeit stolz sein können.

Jetzt heißt es: Nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern vorwärts zu schauen und weiter gestalten. Bis zum Ablauf meiner Amtszeit am 31. Oktober 2019 liegt noch viel vor uns. Ich werde bis dahin weiterhin mit Engagement und Einsatz die anstehenden Anforderungen angehen. Ich frue mich auf mein letztes Amtsjahr und besonders auf die damit verbundenen Gespräche mit vielen Menschen aus Hansestadt und Landkreis Lüneburg.

 
Sign Lr 2014 Klein

Ihr Manfred Nahrstedt